Mallorcas Städte und Dörfer

Mallorca ist so viel mehr als Strand und Sangria - es ist eine Insel voller Geschichte, versteckter Schätze und authentischer Momente. Hier stellen wir die Orte vor, die das wahre Herz der Insel ausmachen: von den Bergdörfern der Tramuntana über die quirlige Hauptstadt Palma bis zu den ruhigen Märkten im Inselinneren.

Die Bergdörfer der Serra de Tramuntana

Fornalutx – Bergdorf in der Serra de Tramuntana, Mallorca
Fornalutx – eines der schönsten Dörfer Spaniens. Foto: Michal Osmenda, CC BY 2.0

Sóller - Das Tal der Orangen

Sóller ist eines der faszinierendsten Städtchen Mallorcas. Umgeben von Orangenhainen und Bergen, hat sich Sóller seinen authentischen Charakter bewahrt. Die historische Holzeisenbahn von Palma (seit 1912) und die nostalgische Straßenbahn zum Hafen Port de Sóller machen schon die Anreise zum Erlebnis.

Tipp: Auf dem Markt an der Plaça Constitució (samstags) gibt es die besten Orangen direkt aus den Fincas rund ums Tal. Auch ein Orangeneis nach mallorquinischer Art lohnt sich - das Rezept lässt sich auch zu Hause nachmachen.
Orangental Historische Eisenbahn Jugendstilarchitektur Wochenmarkt Port de Sóller

Valldemossa - Wo Chopin die Liebe fand

Valldemossa ist wohl das meistfotografierte Dorf Mallorcas - und das zu Recht! Die gepflasterten Gassen, die blumengeschmückten Häuser und das berühmte Kartäuserkloster, wo Frédéric Chopin und George Sand den Winter 1838/39 verbrachten, machen es zu einem magischen Ort.

Was viele nicht wissen: Valldemossa ist auch berühmt für seine Coca de Patata, ein süßes Kartoffelgebäck. Am besten schmeckt es bei Ca'n Molinas, wo es noch nach traditionellem Rezept gebacken wird.

Empfehlung: "Besuchen Sie Valldemossa früh morgens oder am späten Nachmittag. Dann haben Sie die Gassen fast für sich allein, und das Licht ist perfekt für Fotos. Der Parkplatz am Ortseingang kostet 4€, aber es lohnt sich!"
Kartäuserkloster Chopin-Museum Coca de Patata Kunstgalerien Aussichtspunkte

Fornalutx - Das schönste Dorf Spaniens

Fornalutx wurde mehrfach zum schönsten Dorf Spaniens gewählt - und wenn Sie einmal dort waren, verstehen Sie warum. Die steilen, mit Orangen- und Zitronenbäumen gesäumten Gassen, die traditionellen Steinhäuser und die spektakuläre Lage machen es zu einem Juwel.

Tipp: Am Plaça d'Espanya lohnt ein Besuch im Café Sa Plaça: Die hausgemachte Orangenmarmelade auf frischem Pa amb oli ist empfehlenswert, und die Aussicht von der Terrasse ist besonders schön.

Ein Geheimtipp: Der Wanderweg von Fornalutx nach Biniaraix führt durch alte Olivenhaine und bietet atemberaubende Ausblicke auf das Tal. Die etwa zweistündige Wanderung ist auch für Anfänger machbar.

Deià - Das Künstlerdorf am Meer

Deià hat schon immer Künstler und Schriftsteller angezogen. Robert Graves lebte hier bis zu seinem Tod 1985, und sein Haus ist heute ein Museum. Das Dorf klebt förmlich am Berghang, mit terrassenförmig angelegten Häusern, die spektakuläre Ausblicke auf das Meer bieten.

Die kleine Bucht Cala Deià ist ein verstecktes Paradies - aber Vorsicht, der Abstieg dauert etwa 30 Minuten und ist steil! Unten angekommen, erwartet Sie kristallklares Wasser und zwei kleine Restaurants direkt am Meer.

Robert Graves Museum Cala Deià Kunstgalerien Terrassengärten

Die lebendigen Städte Mallorcas

Palma - Die Hauptstadt mit tausend Gesichtern

Palma ist so viel mehr als nur die Kathedrale und der Ballermann. Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, versteckten Innenhöfen (Patios) und hippen Vierteln wie Santa Catalina ist eine Entdeckungsreise wert.

Tipp: Empfehlenswert ist das Viertel Sa Gerreria mit kleinen Designerläden, gemütlichen Cafés und guten Tapas-Lokalen. Im Ombu gibt es kreative vegetarische Gerichte, und die Vermutería La Rosa bietet über 30 verschiedene Wermut-Sorten.

Ein absolutes Muss ist der Mercat de l'Olivar - Palmas authentischster Markt. Hier kaufen die Einheimischen ein, und in der Markthalle gibt es kleine Bars, wo man die frischesten Meeresfrüchte probieren kann.

🏰
Castell de Bellver

Kreisrunde Festung mit 360°-Blick

🎨
Es Baluard

Museum für moderne Kunst

🍽️
Santa Catalina

Szeneviertel mit Top-Restaurants

Alcúdia - Geschichte trifft Strand

Alcúdia vereint alles: eine komplett erhaltene mittelalterliche Altstadt, römische Ruinen, einen der längsten Sandstrände Mallorcas und einen modernen Yachthafen. Die Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert kann man komplett umrunden - der Spaziergang dauert etwa 30 Minuten.

Von der Stadtmauer aus bietet sich bei Sonnenuntergang ein besonders schöner Blick über die Bucht von Pollença.

Der Markt findet dienstags und sonntags statt - der Sonntagsmarkt ist größer und touristischer, aber beide sind einen Besuch wert. Tipp: Parken Sie außerhalb der Stadtmauern und gehen Sie zu Fuß hinein.

Die authentischen Dörfer im Inselinneren

Sineu - Das Herz Mallorcas

Sineu liegt genau in der Mitte Mallorcas und war einst Königsresidenz. Der Mittwochsmarkt ist der älteste und authentischste der Insel - hier wird seit dem Mittelalter gehandelt. Es ist der einzige Markt Mallorcas, wo noch lebende Tiere verkauft werden.

Tipp: Der Markt in Sineu ist ein Erlebnis: Früh morgens treffen sich die Bauern in den Bars rund um den Marktplatz. Ein Café con leche und ein Pa amb oli sind hier besonders authentisch. Im Celler de Ca'n Font gibt es zudem eines der besten Spanferkel der Insel.

Santanyí - Kunst und Tradition

Santanyí im Südosten hat sich zu einem Künstlermagnet entwickelt, ohne seinen mallorquinischen Charme zu verlieren. Der goldene Sandstein, aus dem die meisten Häuser gebaut sind, verleiht dem Ort ein warmes Leuchten, besonders in der Abendsonne.

Tipp: Der Samstagsmarkt in Santanyí ist bekannt für Kunsthandwerk - hier findet sich echte mallorquinische Keramik und handgefertigter Schmuck. Das Café Sa Botiga in der Carrer Major serviert einen der besten Mandelkuchen der Gegend, das Rezept gilt als streng gehütetes Familiengeheimnis.

Von Santanyí aus erreicht man schnell einige der schönsten Buchten Mallorcas: Cala Santanyí, Cala Llombards und die berühmte Cala Mondragó im Naturpark.

Die charmanten Küstenstädte

Pollença - Tradition und Kultur

Pollença ist für mich eines der kulturell reichsten Städtchen Mallorcas. Der Kalvarienberg mit seinen 365 Stufen (eine für jeden Tag des Jahres) bietet einen spektakulären Blick über die Umgebung. Jeden Sonntag findet auf der Plaça Major ein kleiner, aber feiner Markt statt.

Geheimtipp: Im Sommer findet im Kloster Santo Domingo das Festival de Pollença statt - klassische Musik unter freiem Himmel. Tickets gibt es online, gute Plätze sind allerdings schnell vergriffen.

Der nahegelegene Port de Pollença ist komplett anders - ein entspannter Badeort mit einer kilometerlangen Strandpromenade, perfekt für Familien.

Porto Cristo - Höhlen und Hafen

Porto Cristo ist vor allem für die nahegelegenen Drachenhöhlen (Coves del Drac) bekannt, aber der Ort selbst hat viel mehr zu bieten. Der natürliche Hafen, die Altstadt und die entspannte Atmosphäre machen ihn zu einem perfekten Tagesausflugsziel.

Am Hafen reihen sich Restaurants aneinander - für frischen Fisch ist das Sa Pedra empfehlenswert. Die Paella ist legendär, aber reservieren Sie unbedingt vorher!

Anreise per Fähre: So kommen Sie nach Mallorca

Der schönste Weg, Mallorcas Städte und Dörfer zu erkunden, beginnt auf dem Wasser: Mit der Fähre von Barcelona oder Valencia reisen Sie bequem mit dem eigenen Auto oder Wohnmobil an – kein Flugzeug, keine Mietwagen-Schlange, mehr Freiheit beim Erkunden der Insel.

🛳️
Barcelona → Palma

ca. 8h (Nachtfähre) oder 3,5h Schnellfähre Margarita Salas
ab ca. 55 € Fußpassagier

🚗
Mit dem Auto

Auto mitnehmen ab ca. 120 € – ideal für Ausflüge ins Inland nach Sóller, Valldemossa und Sineu.

🏕️
Mit dem Wohnmobil

Wohnmobil ab ca. 180 € – perfekt für die Stellplätze rund um Alcúdia und Sóller.

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Unsere Insider-Tipps für alle Orte

Beste Besuchszeiten

  • Früh morgens (8-10 Uhr): Die Dörfer erwachen, perfektes Licht, wenig Touristen
  • Siesta (14-17 Uhr): Viele Geschäfte geschlossen, aber ruhige Atmosphäre
  • Abends (ab 19 Uhr): Locals kommen raus, Restaurants öffnen, goldenes Licht

Parken & Anreise

  • Bergdörfer: Parken Sie am Ortseingang und gehen Sie zu Fuß
  • Markttage: Extra früh kommen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen
  • Mietwagen: Kleinwagen sind in engen Gassen von Vorteil
Tipp: Nehmen Sie sich Zeit: Mallorcas Städte und Dörfer wollen entdeckt werden. Setzen Sie sich in ein Café, beobachten Sie das Leben, kommen Sie mit Einheimischen ins Gespräch. Die schönsten Momente passieren oft ungeplant.

Häufige Fragen zu Mallorcas Städten & Dörfern

Fornalutx gilt als eines der schönsten Dörfer Spaniens – mit Steinhäusern, Orangenhainen und spektakulärer Tramuntana-Kulisse. Dicht dahinter: Deià (Künstlerdorf, Meerblick) und Valldemossa (Kartäuserkloster, Chopin-Museum). Der Gewinner hängt vom persönlichen Geschmack ab – alle drei sind einen Besuch wert.

Die Nachtfähre Barcelona–Palma dauert ca. 8 Stunden (Abfahrt abends, Ankunft morgens) und kostet ab ca. 55 € pro Fußpassagier. Mit dem Auto geht's ab ca. 120 €. Die Schnellfähre Margarita Salas fährt Barcelona–Alcúdia in nur 3,5 Stunden. Anbieter sind Baleària, GNV und Trasmed.

Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind ideal: mildere Temperaturen, weniger Touristen, blühende Landschaft. Im Sommer sind Valldemossa und Sóller sehr voll – früh morgens (vor 9 Uhr) oder spät nachmittags besuchen. Im Winter haben viele Restaurants geschlossen, die Dörfer zeigen sich aber in ruhiger Ursprünglichkeit.

Ein Mietwagen (am besten Kleinwagen wegen enger Gassen) ist sehr praktisch, aber nicht zwingend. Von Palma fährt die historische Holzeisenbahn nach Sóller (seit 1912). Valldemossa und Deià sind per Bus erreichbar (Linie 210 ab Palma). Für Fornalutx und Deià ist jedoch ein eigenes Fahrzeug deutlich komfortabler. Mit der Fähre anreisen und vor Ort einen Kleinwagen mieten ist die flexibelste Option.

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